StartBerichteMikrowelten - Geschichten der Computertechnik – Teil 1: Von Adam bis Zuse

Mikrowelten – Geschichten der Computertechnik – Teil 1: Von Adam bis Zuse

  • 2 Monaten her
  • 8Minuten

Die Geschichte der Mikroprozessoren und der heutigen Computertechnik ist lang und voller interessanter Anekdoten. Diese kleine Artikelserie möchte einige erzählen, um die vollbrachten Leistungen der Pioniere zu würdigen und die Folgen – mit teils kuriosen Blüten – zu beschreiben. Dabei soll es an Verweisen zur Popkultur in späteren Episoden nicht mangeln, schließlich erlangten die Errungenschaften erst eine wesentliche Bedeutung, nachdem sie den Weg von Wissenschaft über Ingenieurwesen bis in die Mitte der Gesellschaft vollzogen.

Konservierte Information

Bereits in der frühesten Menschheitsgeschichte entstand das Bestreben, Wissen aufzuzeichnen und – etwas später – zu verarbeiten. Genau genommen handelt es sich um zwei Seiten derselben Münze. Schließlich wird jede vom Menschen erzeugte Information ausnahmslos dafür bereitgestellt, um von einem leistungsfähigen Computer, nämlich dem menschlichen Gehirn, verarbeitet zu werden. Da Neurowissenschaften und neuronale Netzwerke kein Bestandteil dieser Serie sein sollen, ist mit der Informationsverarbeitung ausschließlich ein maschineller Prozess im klassischen Sinne gemeint.

Neandertaler

Die ältesten Zeugnisse reichen mindestens 44.500 Jahre zurück, was bereits mehrere weltweit bekannte Höhlenmalereien beweisen. Forscher vermuteten 2018, dass die frühesten bisher entdeckten Aufzeichnungen gar über 73.000 Jahre zurückreichen. Dies zeigten Zeichnungen auf Steinen, die in einer Höhle bei Kapstadt gefunden wurden.

Frühe Datenspeicherung

Es kann davon ausgegangen werden, dass unsere Vorfahren, seien es Homo sapiens, Neandertaler und andere Verwandte, noch früher damit begannen, Informationen zu speichern, nur waren die verwendeten Datenträger nicht so langlebig wie Steine. Wer versucht, Daten von alten USB-Sticks zu entlocken, weiß was gemeint ist.

Höhlenmalerei

Sogar auf Muscheln wurden Farbpigmente gefunden, deren Alter nach der Uran-Thorium-Methode auf 115.000 Jahren bestimmt wurde. Doch so beeindruckend das ist, muss zwangsläufig der Grund erfragt werden, da die Ursprünge der Informationsaufzeichnung im Kern bis heute gewahrt blieb, selbst wenn dies in Zeiten von Emojis und Memes nicht immer ersichtlich erscheint.

Mehr als nur Kunst?

Besonders die erhaltenen Malereien an Höhlenwänden werden als Kunst klassifiziert, doch es steckt mehr dahinter. Es ist nicht so, als hätten unsere Vorfahren Mammuts erlegt, den Höhleneingang gepflastert um anschließend vor Langeweile die heimischen Wände mit langlebiger, aber hoffentlich bleifreier Farbe zu bepinseln. Es existierte eine Notwendigkeit, die aus mehr bestand als Tipps aus „Schöner Wohnen“.

Die Erkenntnis, dass Aufzeichnungen vielfach geeigneter sind als das gesprochene Wort, Gesten und Mimik, wird die treibende Kraft gewesen sein. Wie später das gedruckte Wort, das effizienter ist als es jedem Leser persönlich zu erzählen, stellten bereits die Vorfahren fest, das eine Zeichnung in Sand, Kerben in Holz oder Stein eine bessere Form der Informationsweitergabe sein können als Grunzlaute mit drei gen Himmel gerichteten Fingern. Hierbei könnte mancher Leser an einen vergangenen Urlaub auf Mallorca denken.

Sven Gramatke//www.gravitationart.com/
Schreibt gelegentlich Artikel. Schwerpunkte sind Gamedesign, Programmierung (GML, PHP und JS), Retro und Berichte.
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